Ihr braucht diesmal, nichts weiter in den Ring mitzunehmen, außer Eurer angehefteten Startnummer und natürlich Euren Hund (ggf. noch ein Leckerchen).
Generell gilt erst in den Ring gehen, wenn die Klasse vorher den Ring verlassen hat und die Richterin bereit ist einen zu empfangen. Immer den vorgesehenen Eingang nutzen und niemals von der Seite hineingehen oder hinaus. Der Gang zum Richtertisch entfällt, da die Vordrucke für die Richterberichte bereits am Richtertisch vorliegen. Immer unbedingt darauf achten, dass man genügend Abstand zu anderen Hunden hält. Ansonsten warten, bis Platz ist. Man stellt sich mit den anderen Teilnehmern, immer in Reihenfolge der Startnummern, auf einer der langen Seiten hin, i.d.R. ist das entlang der rechten langen Seite, mit genügend Abstand zum Vormann auf. Man selbst ist zur Ringmitte hinwendet und stellt den Hund parallel vor sich hin, so dass er der Richterin seine Seite zuwendet. Alternativ kann man sich auch ans Kopfende des Hundes stellen, den eigenen Vorderkörper in seine Richtung gedreht. Das hat auch den Vorteil, dass man als natürlicher Stopp dient und der Hund einen selbst und nicht den vor ihm im Blick hat. Früher war es eher üblich sich der Richterin zuzuwenden. Heute erwarten viele mehr Interaktionen mit dem eigenen Hund, so dass man ihn anschaut und seine Aufmerksamkeit auf sich zieht, wie durch Blickkontakte und leichte Gesten. Sobald alle im Ring sind, weist die Richterin einen an, was als Nächstes folgt. Der Ablauf variiert von Richter zu Richter. Meist ist es so, dass man beginnt linksherum im Kreis zu laufen, den Hund links neben sich auf gleicher Höhe. Fairness wird hier großgeschrieben!!! Der Vorderste sollte unbedingt ein angemessen zügiges Tempo anschlagen, so dass die Hunde schön raumgreifend, aber auch nicht übereilt, neben einem her traben können. Die dahinter laufenden Hundeführer müssen unbedingt auf genügend Abstand zum dem achten, der vor ihnen herläuft!!! Würde man selber lieber etwas schneller laufen, dann kann man versuchen durch gezieltes Auslaufen der Ecken ein wenig Platz herauszuschlagen.
Schon bald lässt die Richterin danach meist die Leute anhalten (auch hier unbedingt auf genügend Abstand achten!!!) Der Hund wird wieder vor einen gestellt. Die Blickrichtung des Hundes sollte immer nach vorne gewandt sein bzw. auf den Hundeführer und keinesfalls provozierend starrend in die Augen des Hundes, der vor oder hinter einem läuft. Das ist besonders wichtig bei den ausgewachsenen Hunden, insbesondere bei den Rüden, aber auch bei mancher Hündin.
Die Richterin schaut sich nun i.d.R. jeden Hund genauestens einzeln an, meist von vorne nach hinten und diktiert dabei dem Ringschreiber ihre Beurteilung. Dabei ist der Ausdruck des Hundes von essentieller Bedeutung. Die Richterin fängt meist am Kopf an, schaut sich die Form des Kopfes an, samt Lage und Stellung der Augen, Ohren, des Stopps usw.. Wie schaut der Hund, sind die Ohren sauber und frei von Kleberesten etc.. Die meisten Richter schauen selbst ins Maul, andere lassen sich aber auch gerne helfen, indem man selber die Lefzen vorne nach oben bzw. unten zieht, damit sie sehen kann, ob der Hund ein Scherengebiss hat. Danach schaut sie sich meist die Seiten an und danach in den geöffneten Fang, um zu sehen ob die Hunde vollzahnig sind. Wichtig ist dabei den Hund die ganze Zeit am Halsband zu fixieren. Um den Körperbau sicher beurteilen zu können, tasten sich viele Richter von vorne nach hinten durch vorhandenes längeres Fell (bei den Langhaar Collies). Dabei sollte sie nicht auf irgendwelche Verfilzungen oder Mitbringsel stoßen, wie Kletten, Zecken etc.. Bei Rüden wird der richtige Abstieg der Hoden überprüft. An der Rutenspitze angekommen nimmt sie meist den gesamten Hund nochmal in Augenschein, den Ausdruck, die Winkelung usw..
Manche Richter gehen hin und lassen den Hund in diesem Rahmen auch eine Runde einzeln laufen. Das kann einfach kreisförmig sein und so dass man einfach nur aufschließt oder so dass man weiter innen an den anderen vorbeiläuft, aber das kommt eher selten vor. Auch dabei bitte auf einen gewissen Abstand zu den außenstehenden Hunden achten. Es gibt auch viele Richter, die lassen einen entweder eine Diagonale hin und her laufen oder parallel zur kurzen Seite hin und zurück. Sie schauen sich die Hunde dabei genau von vorne oder von hinten an. Dabei achten sie genau darauf, wie die Hunde auffußen. Hier ist oft ein langsamer Trab besser (aber nur dann!). Wenn die Richterin in der Mitte steht und den Hund von der Seite her anschaut, dann erwartet sie ein schwungvolles Gangwerk, bei dem man ruhig ein wenig Tempo machen kann. Man sollte auch darauf achten, dass die Hunde wirklich traben und nicht Pass gehen. Manchmal ist es einfacher aus dem Stand direkt in den Trab zu gehen, um diesen Fehler zu unterbinden, wenn man einen Hund hat, der dazu neigt. Wenn die Hunde stehen, sollten sie möglichst geschlossen stehen (kein Bein weiter vor oder zurück als das Nachbarbein).
Bitte dem Hund im Ring kein Spielzeug vor die Nase halten und schon gar kein quietschendes, denn wohlmöglich wollen andere Hunde es dann auch haben. Zudem macht das einen ganz schlechten Eindruck. Deutsche Richter sehen es vielfach genauso, wenn man ihm permanent ein Leckerli vor die Nase hält. In Amerika ist es in der heutigen Zeit vielfach gängige Praxis Leckerchen mit in den Ring zu nehmen, um die Aufmerksamkeit der Hunde auf den Hundeführer zu steigern und damit sie sich besser präsentieren. Die meisten amerikanischen Richter, die unsere Ausstellung richten, haben darum auch nichts dagegen. So mancher hält das Leckerchen vor das eigene Gesicht oder den Oberkörper, damit die Collies sich schön aufrichten. Alles muss so von statten gehen, dass die Nachbarshunde nicht abgelenkt werden. Zudem sollte ein Hund nie kauen, wenn die Richterin auf einen schaut, womit man immer rechnen muss. Die Gefahr ist auch groß, dass der ungeübte Hund sich dann setzt (so wie er es in der Hundeschule gelernt hat) um ein Leckerchen zu bekommen. Letztlich muss jeder seinen eigenen Weg finden. Viele Hunde reagieren auch auf winzige unauffällige Gesten der Finger. So sind sie mitunter auch gut dazu zu bewegen, dass sie die Ohren gut aufstellen und sich stolz präsentieren.
Wer die Gelegenheit hat, kann sich am Vortag beim Handling-Seminar wertvolle Tipps holen, wie man seinen Hund im Ring vorteilhaft präsentiert und worauf man bei sich selber achten sollte. Interessierte sollten sich frühzeitig anmelden, denn die Plätze sind limitiert. Referenten sind unsere Amerikanischen Richter.
Ansonsten verhält man sich im Ring immer ruhig, es sei denn man wird vom Richter oder einem Helfer etwas gefragt. Oder man sieht, dass jemand nicht begreift, was die Richterin von ihm will. Ansonsten herrscht absolutes Redeverbot im Ring!!! Bei richtigem Abstand ist es sowieso quasi unmöglich. Wichtig ist, dass man Doublehandling unbedingt vermeidet, denn es führt zur sofortigen Disqualifikation. Auch wenn die Verlockung mitunter groß ist, dass andere Familienmitglieder oder Freunde den Hund rufen oder ihm etwas zeigen, damit er sich schöner stellt. So etwas darf nie passieren!!! Dass sie es nicht besser wissen schützt nicht vor Strafe, darum am besten die Leute vorher damit vertraut machen, dass sie gerne zuschauen können, aber mehr auch nicht. Auch anders herum darf sich niemand im Ring aufhalten oder am Richtertisch, der dort nicht "hingehört". Bewertungen der Richterin sind übrigens nicht diskutabel, sondern endgültig, wenn sie eine Entscheidung gefällt hat.
Manchmal bittet die Richterin auch, dass sich einzelne Personen beiseitestellen und einige wenige nochmal zusammen laufen. Zum Schluss legt sie die Platzierungen fest. Jeder bekommt eine Formwertnote (siehe Beschreibung in der Ausstellungsordnung und auch im Katalog), bestehend aus wenigen Buchstaben. Es können bis zu 4 Hunde platziert werden, sofern alle beste oder zweitbeste Formwertnoten erhalten haben. Ihnen wird zu der Formwertnote noch eine Zahl beigefügt. Sie gibt an auf welchem Platz man ist. Der Erstplatzierte ist Klassensieger.
Alle Hunde mit Bestnote und einer Platzierung auf Platz 1 erhalten eine Urkunde und einen Pokal. Zudem können sie eine Anwartschaft auf ein Championat erhalten. Die zweitplatzierten mit Bestnote können eine Reserveanwartschaft erhalten. Für den 2. bis 4. Platz gibt es eine schöne Schleife. Wie gesagt, genaue Beschreibungen hierzu finden sich in der Ausstellungsordnung.
Wenn alle Klassen durch sind, gehen nochmal alle Klassensieger in den Ring, um zu schauen, wer von ihnen Europameister(in) oder Europajugendmeister(in) wird (getrennt zwischen Lang- und Kurzhaar). Unter diesen Vieren wird dann jeweils noch der BOB (Best of Breed / Bester der Rasse) ausgewählt. Beim gegenteiligen Geschlecht wird zudem der Titel BOS (Best of Opposite Sex) vergeben. Der beste Hund des gegenteiligen Geschlechts kann den Titel BOS (Best of Opposite Sex / Bester des gegenteiligen Geschlechts) erwerben. Die BOBs der Lang- und Kurzhaarcollies treten dann nochmal gegeneinander an, um den Haupttitel der Ausstellung, den BISS (Best in Specialty Show / Bester der Spezialzuchtschau") zu bekommen. Alle Titelträger (Klassensieger, Europa(jugend)meister, BOB und BISS) bekommen bei diesen Endringen jeweils eine Urkunde und einen Pokal. Auch hier ist es wichtig pünktlich zu erscheinen, sonst ist man außen vor.